Ein Kapitel geht zu Ende – das Vermächtnis bleibt
Wenn man heute durch die ruhigen Räume der Nancyhalle in Karlsruhe geht, ahnt kaum jemand, welch ungewöhnliches Leben hier in den Jahren zwischen 2004 und 2007 herrschte. Der Förderverein Colani-Museum hatte sich auf den Weg gemacht, einen ganz besonderen Traum zu verwirklichen: Das Lebenswerk des international gefeierten Stardesigners Prof. Luigi Colani sollte in der badischen Metropole eine dauerhafte Heimat finden. Diese Idee war nicht weniger als ein kulturelles Großvorhaben mit Strahlkraft weit über die Region Oberrhein hinaus. Drei Jahre lang gelang es engagierten Mitgliedern, Förderern und Sympathisanten tatsächlich, die unter Denkmalschutz stehende Halle aus ihrem Dornröschenschlaf zu reißen. Mit der Ausstellung über Mobilität und Aerodynamik öffnete sich für viele Besucherinnen und Besucher ein Fenster in eine Welt, die geprägt ist von fließenden Linien, biologisch inspirierten Formen und einer kompromisslosen Hingabe an die Natur als oberste Lehrmeisterin.
Trotz aller Bemühungen, trotz öffentlicher Veranstaltungen, intensiver Medienarbeit und einer ganzen Reihe begeisternder Marketingmaßnahmen ließ sich das ursprüngliche Ziel nicht in der gewünschten Form realisieren. Die Stadt Karlsruhe kündigte zum Jahresende 2007 die Räumlichkeiten, und der Traum von einem festen Anziehungspunkt mit internationaler Bedeutung zerplatzte vorerst wie eine Seifenblase im Gegenlicht. Was zurückblieb, war ein Gefühl der Wehmut, gepaart mit dem Bewusstsein, etwas Wertvolles geschaffen zu haben. Denn auch wenn die Dauerausstellung ihren festen Platz nicht behaupten konnte, hat der Verein einen entscheidenden Erfolg errungen: Die Nancyhalle, eines der herausragenden Kulturdenkmäler des renommierten Architekten Prof. Erich Schelling, blieb von der Abrissbirne verschont. Heute steht sie da, als stiller Zeuge einer kulturellen Vision, und wartet auf eine neue Bestimmung, die ihrer Bedeutung gerecht wird.
Hoffnung auf einen Verbleib in der Region Oberrhein
Bemerkenswert ist, dass Luigi Colani sich auch nach der Schließung der Ausstellung weiterhin zur Stadt bekennt. Sein Büro blieb in Karlsruhe – ein leiser, aber durchaus bedeutsamer Hoffnungsschimmer für alle, die an die kulturelle Strahlkraft dieses Standorts glauben. Wer die Geschichte des Designers kennt, weiß um seine Verwurzelung in den großen Metropolen dieser Welt, und gerade deshalb ist seine Verbundenheit mit der badischen Stadt ein Zeichen, das Mut macht. Der Förderverein arbeitet weiter daran, Colani und sein vielschichtiges Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu halten, sei es durch begleitende Aktionen, durch Vorträge oder durch gezielte Lobbyarbeit für eine Wiederaufnahme des Projekts in veränderter Form. Wir sind überzeugt, dass die Region Oberrhein einen so charismatischen Botschafter zeitgenössischer Gestaltung gut gebrauchen kann, und dass es lohnt, hartnäckig zu bleiben.
Die Stadt Karlsruhe sucht derzeit nach einer neuen Bestimmung für die großzügigen Räumlichkeiten der Nancyhalle. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Mal eine tragfähige Lösung gefunden wird, nachdem auch die Idee eines „Lab Ka“ bereits frühzeitig ad acta gelegt wurde. Aus Sicht des Vereins wäre eine kulturelle Nutzung, die Design, Architektur und gesellschaftliche Visionen verbindet, die naheliegende und glaubwürdigste Option. Wer mehr über den Architekten erfahren möchte, findet in unserem Beitrag zur Nancyhalle umfassende Hintergrundinformationen, ebenso wie eine Würdigung des Designers im Bereich Luigi Colani und sein Lebenswerk.
Dank an Förderer, Spender und Unterstützer
Ohne die finanzielle und ideelle Unterstützung zahlreicher Menschen wäre dieses ehrgeizige Projekt niemals möglich gewesen. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich allen danken, die uns auf diesem Weg begleitet haben, sei es durch Spenden, durch tatkräftige Mithilfe bei Veranstaltungen oder durch die schlichte Tatsache, dass sie an unsere Idee geglaubt haben. Gerade in einer Zeit, in der kulturelle Großvorhaben oft am Geldmangel scheitern, war diese gemeinschaftliche Anstrengung ein leuchtendes Beispiel dafür, was Bürgerengagement bewirken kann. Auch in Zukunft sind wir auf solche Unterstützung angewiesen, denn die Aktivitäten des Vereins gehen weiter, leiser vielleicht, aber mit ungebrochener Überzeugung. Wenn Sie selbst Teil dieser Bewegung werden möchten, erfahren Sie auf der Seite Mitgliedschaft und Spenden alles Wichtige.
Spendenkonto und steuerliche Absetzbarkeit
Spenden an den Förderverein Colani-Museum Karlsruhe sind als gemeinnützig anerkannt und steuerlich absetzbar. Bitte richten Sie Ihre Zuwendung an folgendes Konto:
BB-Bank · BLZ 660 908 00 · Konto 265 26 41
Auf Wunsch stellen wir Ihnen selbstverständlich eine Spendenbescheinigung aus. Wenden Sie sich dafür einfach an unser Kontaktformular.
Was wir gemeinsam erreicht haben
Schaut man auf die Bilanz dieser intensiven Jahre zurück, dann lassen sich einige bemerkenswerte Erfolge festhalten. Die Aufmerksamkeit, die der Verein auf das Schaffen Colanis gelenkt hat, wirkt bis heute nach. Junge Designerinnen und Designer beziehen sich in ihren Arbeiten auf seine Formensprache, Hochschulen greifen seine Konzepte in Lehrveranstaltungen auf, und auch in der breiten Öffentlichkeit hat sich das Bewusstsein für eine biologisch inspirierte Gestaltung deutlich verstärkt. Gleichzeitig wurde die architektonische Bedeutung der Nancyhalle einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Bauwerk steht heute nicht mehr abrissbedroht im Schatten anderer Großprojekte, sondern wartet auf eine sinnvolle Wiederbelebung.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2004 | Gründung der Initiative und erste Konzeptionsarbeiten |
| 2005 | Eröffnung der Ausstellung „Mobilität und Aerodynamik“ in der Nancyhalle |
| 2006 | Begleitende Vorträge, Workshops und öffentliche Veranstaltungen |
| 2007 | Schließung der Ausstellung im Dezember nach Kündigung der Räumlichkeiten |
Wie es weitergeht
Die Geschichte des Fördervereins ist mit dem Ende der Ausstellung keineswegs zu Ende. Ganz im Gegenteil sehen wir uns als Stimme für ein lebendiges, weltoffenes und mutiges Karlsruhe, das seine kulturellen Schätze pflegt und weiterentwickelt. Wir wünschen uns einen Dialog mit der Stadtverwaltung, mit Architektinnen und Architekten, mit Hochschulen und mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit, schreiben Sie uns, kommen Sie zu unseren Treffen oder besuchen Sie uns auf einer der kommenden Veranstaltungen. Jeder Beitrag zählt, jede Stimme bringt uns ein Stück näher an das Ziel, kreatives Denken in unserer Stadt sichtbar zu machen. Mehr über unsere Arbeit und wie Sie aktiv werden können, erfahren Sie auf der Seite Mitgliedschaft.